Winter Portugal 2012/13

Anfang Oktober mache ich mich mit meiner Lhasa Apso Hündin Jema-La und meiner 6 Monate alten portugiesischen Wasserhündin Shaya auf den Weg nach Portugal.

Nach einem turbulenten Sommer in Deutschland und der Trennung von meinem Mann im Dezember 2011 mache ich mich auf in ein neues Leben mit unbestimmten Ziel.
Am 10. Oktober treffe ich mich mit Sam, einem Freund aus Wales, den ich vom letzten Winter in Portugal kenne, an der port. Grenze und wir fahren gemeinsam quer durchs Land nach Aveiro an die Westküste. Ganz langsam, Strand für Strand, machen wir uns auf den Weg an die Algarve.

In Peniche mache ich die Bekanntschaft mit Mary Mc. Cleary, einer faszinierenden Frau aus Irland, die ein interessantes Buch „That Bitch“ veröffentlicht hat. Weiter geht der Weg entlang der Küste über Obidos nach Lissabon.

Von der aufregenden Stadt geht es weiter an den ruhig gelegenen Stausee Pego do Altar. Von hier aus unternehmen wir mit den Hunden schöne Wanderungen nach St. Susana. Nach mehreren Tagen in der schönen Natur führt unser Weg weiter nach Lago St. Andre und Strand für Strand weiter entlang der Costa Vincentina bis Odeceixe. Dieser kleine vergrämte Ort lässt uns länger verweilen. Es ist Mitte November und ein gewaltiger Sturm kommt auf. Zur gleichen Zeit erhalten wir aus Silves die Nachricht von Freunden, dass dort ein Tornado für Verwüstung gesorgt hat. Mehrere Wohnmobile sind umgekippt , das Dach der Schwimmhalle ist weggeflogen und das Fussballstadion ist verwüstet. Auf youtube sind grauenhafte Videos zu sehen. Wir bleiben in Odeceixe , fahren aber zum „Batata Doche Festival, dem Süsskartoffelfest ins 15 km entfernte Aljezur. Dieses Festival ist ein „Fresstival“- alles gemacht aus dieser herrlichen Süsskartoffel. Des weiteren bietet das Fest Kunsthandwerk und Infostände aus der Region.

Hier nehme ich Kontakt auf zu www.aezo.org. Diese Organisation kümmert sich hier um Strassenhunde und vermittelt die Tiere nach England und Deutschland. Ich werde Mitglied und möchte mich um „ Mr. Kern“, einem portugiesischem Wasserhund Rüden kümmern und ihn sponsern. Sam findet die Idee gut und wir dürfen mit dem Hund einen Spaziergang machen. Er stinkt wie 3 Kamele, ist völlig verfilzt und man sagt uns, er knurrt oft wenn man ihn an bestimmten Stellen anfasst. 

Ok, wir lassen uns davon nicht abschrecken. dürfen ihn dann „auf Probe“ behalten. Nach 2 Tagen hat „Mr. Kern“ einen Termin bei Margarida, einer lieben Hundefriseurin. Nach 3 Stunden bekommen wir einen neuen Hund zurück! Geschoren und gebadet! Row! Nun muss er nur noch etwas Gewicht zulegen und Sam trainiert ihn wunderbar und die beiden werden dicke Freunde! Und aus „Mr. Kern“ wird nun „Jonny English“.

Dienstags, Donnerstags und Sonntags nehmen wir so oft wie möglich die Gelegenheit war und gehen mit den Strassenhunden spazieren. Das ist eine schöne Aufgabe die mich erfüllt. Sylvester verbringen wir inmitten der Portugiesen bei Livemusik und tanzen bis weit nach Mitternacht.

Im neuen Jahr fahren wir nach Silves und die Tornadoschäden sind noch immer präsent, auch wenn täglich daran gearbeitet wird. Da Silves mein „Zuhause“ ist, und ich beschlossen habe, in Portugal zu bleiben, möchte ich den Menschen in Silves helfen und „Danke“ sagen, dass die bis zu 250 Wohnmobile jeden Winter dort kostenfrei stehen dürfen und willkommen sind.

Zusammen mit Gerry, einer Niederländerin, planen Sam und ich eine Sammelaktion. Wir reden mit der Gemeinde und Aldo Alexandre übernimmt die Kommunikation mit dem Bürgermeister. Wir informieren die „Portugal News“ und trommeln eine kleine internationale   Gruppe zusammen um alle Wohnmobilinhaber ansprechen zu können. An einem Nachmittag konnten wir stolze  EUR 1280 zählen! Da die Stadt kein Bargeld annehmen darf, haben wir das Geld in 9 dringend gebrauchten Rollstühlen investiert. Eine Woche später fand in Silves die offizielle Übergabe an den Bürgermeister statt. Alle Sponsoren waren eingeladen und auch RTP, das port. Fernsehen war dort und ich wurde interviewt.

Das war eine tolle Aktion, denn nun sind die Wohnmobilisten gern gesehen und der Bürgermeister ist stets für unsere Probleme da. Ich fühle mich der Stadt noch mehr verbunden! Es gibt sicher noch mehr zu tun!

http://www.theportugalnews.com/news/silves-motorhomers-raise-funds-to-help-citys-needy/27592

Da ich nun die meiste Zeit des Jahres in Portugal verbringen möchte, erfülle ich mir hier einen Jugendtraum und kaufe mir von Paulo in Lissabon eine kleine Ente. Für den Verkehr in Portugal bei Sonnenschein ist dieses Auto ideal! Paulo restauriert diese Liebhaber Oldtimer mit Herz und Seele!

Zum Karneval sind wir vom Bürgermeister in Silves eingeladen und tanzen mit den Einheimischen ausgelassen und fröhlich! Ein wunderbares Land!!!!

Inzwischen sind Sam und ich ein Paar . Gemeinsam mit unseren 3 Hunden Jema -La, Shaya und Jonny English machen wir uns nun auf den Weg nach Wales um uns ein Wohnmobil selbst als neues Zuhause auszubauen. Im April wollen wir zurück in Portugal sein aber für den Sommer planen wir einen Besuch an der Ostsee ein.

Den nächsten Winter verbringen wir dann in Marokko…..

Bilder zum Bericht:


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